Energie im Quartier

Das Thema Energie spielt heute in fast allen Lebensbereichen eine immer größere Rolle. Neben einer Vielzahl gesetzlicher Rahmenbedingungen ist auch die Vielzahl der technischen Möglichkeiten in den letzten Jahren sprunghaft gewachsen. Dabei geht es nicht nur um die Investitionskosten, sondern vor allem um die laufenden Betriebskosten, egal ob man als Eigentümer seine Immobilie selbst nutzt oder vermietet.

Aus diesen Gründen möchte sich der Quartier Friedrichstadt e. V. in den kommenden Jahren mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen und kooperiert dabei mit einer Vielzahl weiterer Partner. Neben der Landeshauptstadt Dresden sind dies insbesondere: Energieeffizienz Sachsen e.V., Orangequadrat Nikol Umbreit I Langer GbR, Fraunhofer Umsicht sowie der IZES gGmbH.

Wir forschen und experimentieren in den folgenden Themenfeldern:

Heizungsoptimierung: Sparen ohne Umbau.

Solange es stets warm ist, kümmert sich zumeist niemand um die Gasheizung oder den Fernwärmeanschluss im Haus. Die Rechnungen werden bezahlt, über Steigerungen wird geschimpft, mehr passiert jedoch nicht. Anhand weniger Daten (Jahresenergieverbrauch und Gesamtwohn- oder Gewerbefläche) kann aber sehr schnell überprüft werden, ob eine Optimierung der Heizungsanlage sinnvoll sein könnte. Nicht selten ist die Vorlauftemperatur zu hoch eingestellt, erfolgt keine Absenkung der Temperaturkurve im Sommer, ist die Förderhöhe der Pumpe zu hoch eingestellt oder die Anschlussleistung für die Fernwärme zu hoch. Nach einer tieferen Analyse können oftmals ohne Investitionen in neue Technik 5 – 20 % der Heizungskosten eingespart werden.

Kesseltausch: Bitte eine Nummer kleiner.

Nach 20 Jahren sind mittlerweile auch in der Friedrichstadt die ersten Heizkessel am Ende ihres Lebenszyklus angelangt und müssen getauscht werden. Meist ersetzt die Heizungsbaufirma den alten Kessel einfach nur durch einen Neuen gleicher Leistung. Nicht beachtet wird dabei, ob die ursprünglich einmal berechnete Nennleistung auch in der Praxis erforderlich war. Nicht jeder Nutzer heizt auch im Winter sein Schlafzimmer, Flure oder Abstellkammern auf konstant 21° C. Aber dieser Wert ist Grundlage für die Berechnung der erforderlichen Heizlast! Eine einfache, verbrauchsbasierte Berechnung schafft hier Klarheit und spart im Zweifel erhebliche Investitionssummen.

Power-to-Heat (aus Strom mach Wärme): Sonnenstrom zum Händewaschen!

Die Sonne wärmt zwar auch im Winter, jedoch nicht genügend, um das Wasser zum Händewaschen tatsächlich warm werden zu lassen. Im Gegensatz zur Solarthermie kann mit Photovoltaikanlagen auch im Winter Energie erzeugt werden. Früher waren diese zu teuer, mittlerweile sind die Kosten jedoch so weit gesunken, dass sich Photovoltaikanlagen als Ergänzung zur Wärmeversorgung von Häusern durchaus rechnen. Neben dem Vorteil, dass auch in den kalten Monaten ein Energieeintrag erfolgt, liegt der große Vorteil am Power-to -Heat auch darin, dass der Installationsaufwand gering ist. Einige Module aufs Dach, ein Kabel sowie eine Heizspirale im Pufferspeicher, mehr wird nicht benötigt. Zudem ist keine Anmeldung beim Netzbetreiber notwendig und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss auch nicht beachtet werden.

 

Innovative Heizungskonzepte im Stadtteil

Den meisten Häusern sieht man es nicht an, aber es gibt mittlerweile in der Friedrichstadt eine Vielzahl innovativer Heizungsanlagen. Neben der Nutzung von Fernwärme und Gas-Brennwertkesseln haben viele Gebäudeeigentümer inzwischen auch Pelletkessel, Luft- oder Erdwärmepumpen, BHKW's, Solarthermie oder auch Holzvergasungsanlagen installiert. Für viele Eigentümer, die gerade über den Austausch ihrer alten Kessel nachdenken, wäre es sicherlich interessant zu erfahren, wie zufrieden andere Eigentümer mit diesen Techniken sind. Aus diesem Grund möchten wir einige Beispiele demnächst auf unserer Internetseite energie-im-quartier.de vorstellen.

Strom vom Dach auf Mehrfamilienhäusern

Viel wird über die Belastungen durch das EEG und die doch so teure Photovoltaik geschrieben. Dabei ist diese Technik inzwischen extrem preiswert geworden, so dass der Strom aus PV sehr viel günstiger als vom örtlichen Stromanbieter ist. Zum Schutz der großen Energiekonzerne wird bislang die Nutzung von selbst erzeugtem Strom nicht gefördert, sondern eher behindert, obwohl gerade der Eigenstromverbrauch den vielfach diskutierten und extrem teuren Ausbau der Stromnetze erheblich reduzieren könnte. Sinn macht dieser vor allem in Mehrfamilienhäusern, denn dort kann der Strom vom Dach auch ohne Speicherung tatsächlich verbraucht werden. Kühl- und Gefrierschränke, die Heizungsanlage, Computer, Fernseher usw. verbrauchen auch am Tag Strom. Statt 26 ct/kWh kostet selbst erzeugter Strom weniger als die Hälfte.

Energieausgleichsoptionen

Der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energien hat vor allem zur Folge, dass Strom nicht notwendigerweise mehr dort erzeugt wird, wo er nötig ist.  Aus dem Norden, dort wo der Wind weht, kann man die Energie über neue Stromtrassen oder bestehende Gasleitungen in den Süden transportieren. Die zeitliche Verzögerung zwischen Erzeugung und Verbrauch aber kann man langfristig nur durch Zwischenspeicherung lösen. Viele dieser als Energieausgleichsoptionen bezeichneten Technologien sind altbekannt: Pumpspeicherwerke, Warmwasserpufferspeicher, Batterien oder Elektrospeicherheizungen. Aber auch Blockheizkraftwerke, Notstromaggregate oder Biogasanlagen zählen dazu. Aus diesen bekannten Technologien wird in dem Moment eine Energieausgleichsoption, wenn sie nicht mehr am persönlichen Bedarf orientiert betrieben werden, sondern abhängig von der Stromverfügbarkeit in ganz Deutschland.

Beispiel 1:

Ein ganz normaler Warmwasserpufferspeicher einer Heizungsanlage kann ohne große Investitionen um eine elektrische Heizspirale erweitert werden. Weht der Wind mittags kräftig und erzeugen die modernen Mühlen mehr Strom als benötigt wird, dann kann er mithilfe der Heizspirale und dem „Tauchsiederprinzip“ den Pufferspeicher bereits mittags hochheizen, obwohl die Bewohner erst am Abend von der Arbeit zurück kommen. Der Strom wäre billiger (weil

Beispiel 2:

In einem Krankenhaus oder einer Fabrik gibt es ein großes Notstromaggregat. Diese Aggregate müssen regelmäßig in Betrieb genommen werden, da sie im Notfall betriebsbereit sein müssen. Die regelmäßigen Testphasen können auf Zeiten verschoben werden, in denen zu wenig Strom verfügbar ist und bei Bedarf auch etwas länger als üblich Strom produzieren.